Beltane – Walpurgis 30.4./01.05.

Beltane – Walpurgis 30.4./01.05.

Der 1. Mai liegt genau in der Mitte zwischen der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche und der Sommersonnenwende.
Mit dem 1. Mai begann bei den Kelten das Sommerhalbjahr (Jahrestag), das vor allem durch Fröhlichkeit, Wärme, Licht/lebensspendende Energie, Feste und Feiern, geprägt war.
In der keltischen Kultur war das Sommerhalbjahr auch “Jahrestag” und das Winterhalbjahr “Jahresnacht”. Wie stark mussten diesen Menschen die Wirkung der Sonne auf das Leben bewusst gewesen sein. Der erbarmungslose Winter, der viel mehr als heute, sein Gesicht in Form von Kälte, Hunger, Krankheiten und Tod zeigte, war endlich besiegt. Eine unbarmherzige Jahreszeit, die mit Angst verbunden war. Diese Menschen wussten, was pure Existenzangst war!
Dann, endlich nach Monaten der Entbehrung und Mühsal, steht der Sommer mit seiner lebensspendenden Sonne, der Wärme, seinen vielen Früchten und frischem Gemüse – vor der Türe!
Man braucht wohl nicht viel Vorstellungskraft, um zu erahnen, welches Glück und welche Freude die ersten Sonnenstrahlen und der Beginn des Frühjahrs und Sommers für diese Menschen bedeuteten. Es war sozusagen der Garant, dass das Leben noch nicht vorbei ist! Man hat überlebt und das war für diese Menschen wie ein Wunder!
Nun kannst Du das Fest des wiedererwachten Frühlings und des beginnenden Sommers feiern. Der Sonnengott, der in der Zwischenzeit von Jul bis Beltane zum geschlechtsreifen Jüngling gereift ist, übernimmt wieder der Herrschaft über die Zeit. Die Mondgöttin, welche die Fruchtbarkeit symbolisiert, ist zur fruchtbaren Virgo herangewachsen. Mann und Frau, männlich und weiblich sind gereift, um Neues zu schaffen. Die Natur bricht auf. Die Sonnenkraft nährt und stärkt. Die Leichtigkeit greift um sich und die Zeit des Mangels und des Sparens ist endlich vorbei. In den alten Zeiten war dies dann die Phase, in der man sich direkt aus der Natur versorgte und nicht mehr auf das Eingemachte zurückgreifen musste.
Zu Beltane hielten die jungen Frauen Ausschau nach den stärksten, gesündesten und schönsten Männern, um ebenfalls solche starke und gesunde Nachkommen zu zeugen. Mit dem erwachenden Frühjahr schlossen die Liebespaare sanfte und zarte Banden. Um dann zu Beltane, diese Liebesbeziehung nach außen hin zu bekunden. Die Paare, die dann zu Beltane „öffentlich“ über das Beltane-Feuer sprangen, galten als verlobt.
Beltane – ein Fest des Lebens. Der Fruchtbarkeit. Der Vereinigung. Der Zeugung und des Sieges der Sonne. Der Sieg des Sommers über den Winter. Eines der Hochfeste überhaupt, das ganz in den Zeichen von Sommeranfang und Fruchtbarkeit stand. Die Zeit, in der die Geister und Elfen in den Wäldern die Schleier zwischen der Menschenwelt und der keltischen Anderswelt lüften.
Beltane kennzeichnet die Zeit der ungezügelten Gefühle und wurde aus diesem Grund von den puritanischen und dogmatischen Religionen missbilligt und als „ketzerisch“ gebranntmarkt. Das phallische Symbol des Maibaumes gehört ebenso zu den Festaktivitäten, wie die völlige Freizügigkeit, die sich auf Nichts anderes bezieht, als auf die Ursprünge des Fruchtbarkeitsfestes. Gesehen wurde das in der Zeit der aufstrebenden, machthungrigen, christlichen Kirche gar nicht gerne. Sie zogen alle Register um die naturverbundenen Kelten zu beherrschen. Ihnen den einzig wahren „christlichen Glauben“ aufzuzwingen.
Doch war und ist der Wiederstand der Menschen ungebrochen – selbst bis in unsere heutige Zeit! Wir tanzen immer noch in den Mai. Wir stellen unserer Liebsten den geschmückten Maibaum auf – und wir proteTaurusen auch öffentlich!
Beltane stand in den alten Zeiten auch für den Widerstand gegen Verbote und der Tradition, des Ungehorsams gegen die Obrigkeiten. Der 1. Mai ist ja auch heute noch ein Tag, um die Rechte der Arbeiter zu feiern und steht ganz unter den Zeichen von Protestmärschen und Kundgebungen.
Beltane war das Fest der großen Vermählung, der Heiligen Hochzeit. Der Hochzeit der Götter Hieros und Gamos. Der Vermählung von Himmel und Erde. Wie im Großen so im Kleinen – dieses Fest ist auch ein Maßstab der Vermählung von König und Königin, König und Land. Denn die Königin war immer schon die Repräsentantin des Landes, der Erde und des Volkes.
In der germanischen Kultur ist diese Hochzeit – in der Sage um die Brautwerbung Odins um die Himmelsherrin mit Namen Freya – überliefert.

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