Planetarium Hamburg: Funkel, funkel, die echten Sterne im Oktober

…und wenn Du zwischen dem 17.09. und 30.10. geboren wurdest, dann bist Du in Echtzeit eine VIRGO/Jungfrau!

Liebe & Beziehung

Merkur, der sich den ganzen Oktober in seinem gesamten Rückwärtslauf (https://moonsurferastronomologie.wordpress.com/merkur-correction-wave-2014/) in der Jungfrau befindet, hat am 17.10. ein vertrauliches Stelldichein mit der Liebesgöttin Venus – man nennt es Konjunktion – und viele müssen aufpassen, dass das Thema Liebe & Beziehung nicht tot-diskutiert wird.

Auch die Venus läuft noch bis Ende Oktober durch die Virgo.

Der Sternenhimmel im Oktober 2014

Nächte des himmlischen Ozeans

Die Nächte werden im Oktober deutlich länger, denn die Sonne wandert im Sternbild Jungfrau rasch südwärts und tritt am Monatsende in das Sternbild Waage. Die immer früher anbrechende Nacht können wir jedoch zunächst nicht nutzen, denn bis zur Monatsmitte leuchtet abends der Mond.

Am 1. Oktober steht der zunehmende Halbmond im Sternbild Schütze bei Sonnenuntergang tief im Süden. Abend für Abend gewinnt er danach an Höhe und Helligkeit – bis er am 8.Oktober als Vollmond in den Fischen die ganze Nacht am Himmel steht. Danach steigt er im Tierkreis rasch nordwärts und zieht sich erst eine Woche später, am 15.Oktober, als abnehmender Halbmond im Sternbild Zwillinge vom Abendhimmel in die Zeit nach Mitternacht zurück – bis er am 23.Oktober die Neumondstellung erreicht. Am Monatsende macht er sich dann erneut am Abendhimmel breit: der Oktober endet wie er angefangen hat – mit dem Mond im „ersten Viertel“ – einem zunehmenden Halbmond am 31.Oktober.

Geübten Beobachtern fällt auf, dass der zunehmende Halbmond ein ganzes Stück nördlich und der abnehmende Halbmond sich ebenso weit südlich der üblichen Wanderroute im Tierkreis aufhält – die Mondbahn ist um  fünfeinhalb  Grad gegen die Erdbahn geneigt und so pendelt er um plus-minus fünfeinhalb Grad um diese „Null-Linie“ und in diesem Monat gerade so, dass er bei Vollmond und bei Neumond die Erdbahnebene kreuzt. Der Vollmond am 8.Oktober zieht daher durch den Erdschatten – und der Neumond verdeckt zumindest partiell die Sonne.

Leider sind beide Finsternisse bei uns nicht zu sehen. Denn das Timing ist für uns ungünstig: Die Vollmondstellung wird in der Mittagszeit um 12:51 am 8.Oktober erreicht – wir sehen dann die Sonne am Himmel und sind Teil der schattenspendenden Erdkugel, während der Vollmond der Sonne gegenüberüberstehend unter dem Horizont durch den Erdschatten zieht.   Auf der Nachtseite, rund um den Pazifik ist die totale Mondfinsternis zu sehen – überall dort wo der Mond dann am Himmel steht – von Asien über Australien und den weiten Pazifik hinweg bis Nordamerika.

Die partielle Sonnenfinsternis am 23.Oktober ereignet sich während es bei uns fast Mitternacht ist – und so ist sie nur in Nordamerika und Mexico zu sehen. Aber trösten wir uns – in den beiden Wochen rund um diese Neumondstellung, das heißt  in der zweiten Monatshälfte, bleibt unser abendlicher Blick in die Sterne ungestört durch Mondlicht.

Der Herbst ist auch am Sternenhimmel eine Zeit des Übergangs. Die hellen Sterne rund um die sommerliche Milchstraße stehen nur noch zu Beginn der Nacht hoch am Himmel und haben sich spätabends bereits nach Südwesten verlagert – während sich im Osten die ersten hellen Sterne des Winters ankündigen.

Das auffällige „Sommerdreieck“ mit den Sternen Wega (im Sternbild Leier), Deneb (im Schwan) und Atair (im Adler) ist bereits nach Südwesten gerückt. Durch das Sommerdreieck zieht das Lichtband der Milchstraße hoch über unseren Kopf – hinauf zum Himmels-W und von dort weiter zum Osthorizont – zum Stern Capella im Wintersternbild Fuhrmann.  Etwas tiefer funkelt der rötliche Hauptstern Aldebaran im Stier.  Schon mit bloßem Auge erkennen wir auch rund um Aldebaran den V-förmigen Sternhaufen der Hyaden und die dichtere, wie eine Mini-Ausgabe des Großen Wagens geformte Sternengruppe der Plejaden – das „Siebengestirn“. Während also im Osten wie auch im Westen prächtige Sterne und Sternhaufen den Himmel schmücken, so klafft dazwischen – im Süden – gewissermaßen ein „Loch am Himmel“ – es ist eine recht unscheinbare Sternregion, die uns im Oktober in südlicher Richtung angeboten wird.

Nur ganz tief im Süden funkelt im Horizontdunst ein vergleichsweise heller Stern – der Stern „Fomalhaut“ im Sternbild „Südlicher Fisch“. Ringsherum tummeln sich weitere Geschöpfe aus dem wässrigen Element. Links neben Atair, über dem Steinbock die auffällige, jedoch kleine Sternfigur des Delfins und weiter östlich am Horizont die beiden ausgedehnten, aber aus lichtschwachen Sternen bestehenden Sternbilder Wassermann und Fische sowie südlich davon der Walfisch.

Aus den Fluten dieses „himmlischen Ozeans“ springt auch das geflügelte Pferd Pegasus himmelwärts. Die drei hellsten Sterne dieses Sternbildes gehören zum „Herbstviereck“ das abends halbhoch im Süden platziert ist und im Laufe der Nacht nach Westen driftet. Der vierte Stern, der nordöstlichste in diesem „Herbstviereck“, ist der Hauptstern „Alpha“ im Sternbild Andromeda. Pegasus stellt der griechischen Sage nach ein weißgeflügeltes Pferd dar, das gen Himmel galoppiert und den Dichtern zu ihren Gedankenflügen verhilft.  Neben dem Sommerdreieck im Südwesten und dem Himmels-W der Kassiopeia hoch über uns ist dieses Herbstviereck das das einzig auffällige und leicht zu merkende Muster am Herbsthimmel!

Wer im Oktober abends nach anderen Welten Ausschau hält, der sollte bereits in der Abenddämmerung auf der Lauer liegen um einen Blick auf den Planeten Mars werfen zu können. Der rote Planet sinkt bereits etwa 2 Stunden nach Sonnenuntergang unter den Südwesthorizont. Er wechselt vom Skorpion ins Tierkreissternbild Schütze und ist in unseren Breitengraden nur noch horizontnah  für kurze Zeit – ab etwa eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang – zu finden. Mars wird am 19.Oktober dennoch die Schlagzeilen beherrschen, denn  der Komet Siding Spring wird mit nur 132 Tausend Kilometern Distanz sehr nah an Mars vorbei rasen und kommt unserem Nachbarplaneten damit 16 mal näher als jeder bekannte Komet jemals unser Erde! Die NASA Marsroboter werden ihre Kameras vom Mars aus gen Himmel richten und spektakuläre Bilder zur Erde senden. Leider ist der Komet von der Erde aus nur etwas für erfahrene Beobachter – mit bloßem Auge wird er nicht zu sehen sein. Auf einen hellen Kometen an unserem Himmel müssen wir wohl noch warten – aber immerhin kehrt ja doch der Halleysche Komet in diesem Monat an unseren Himmel zurück, wenn auch nur in kleinen Stücken: Wie jedes Jahr kreuzt unsere Erde am 21.Oktober bei ihrem Rundlauf um die Sonne die Bahn des Kometen Halley. Von Anfang Oktober bis Anfang November prallen daher winzige Splitter dieses „eisigen Schmutzballs“ auf unsere Lufthülle und verglühen in einem leuchtenden Schlauch aus ionisierter Luft. Die Leuchtspuren dieser Sternschnuppen scheinen alle aus dem Sternbild Orion zu stammen und so ist dieser alljährliche  Meteorschauer unter dem Namen  „Orioniden“  bekannt. Ungefähr 15 Sternschnuppen  pro Stunde sind  unter idealen Bedingungen zumeist nach Mitternacht sichtbar. Den Kometen Halley selbst werden wir – oder besser die kommende Generation – im Jahre 2061 wieder in Erdnähe genießen können….

Spätabends – nachdem Mars längst die Himmelsbühne verlassen hat – sind immerhin die teleskopischen Planeten Uranus (im Sternbild Fische) und Neptun (im Wassermann) am Himmel. Man kann sie aber nur mittels detaillierter Aufsuchkarten und unter Zuhilfenahme von Fernglas oder Fernrohr identifizieren.

Ab 2 Uhr morgens wird der Himmelsanblick spektakulärer: Das prächtige Wintersternbild Orion mit seinen markanten 3 Gürtelsternen ist dann im Südosten vollständig aufgetaucht, gefolgt von Prokyon, dem Hauptstern im Kleinen Hund, der über der Ostrichtung funkelt. Er kündigt das Erscheinen des Großen Hundsterns Sirius an, der ab 3 Uhr morgens in der Verlängerung der drei Gürtelsterne auftaucht. Doch bereits eine halbe Stunde zuvor taucht im Nordosten der alles überstrahlende Jupiter auf – der König der Planeten. Jupiter leuchtet im unscheinbaren Tierkreissternbild Krebs, unterhalb der beiden Zwillingssterne Castor und Pollux. Mitte Oktober wechselt er in den Löwen und nähert sich Regulus, dem hellsten Stern in diesem Sternbild. Am Monatsende geht Jupiter bereits wenige Minuten vor Mitternacht auf. Ab November beginnt er die Eroberung des Abendhimmels – im Oktober ist er zumindest der Herrscher der zweiten Nachthälfte. Besonders schön ist der Anblick vom 17. bis 19. Oktober wenn die Sichel des abnehmenden Mondes an Jupiter vorbeizieht. Der Planet steigt bis in die Morgenstunden immer höher. Bei Beginn der Morgendämmerung ist unser nächtliches Sichtfenster ganz auf Jupiter zentriert – hoch im Süden erreicht der Riesenplanet am Ende der Nacht seine größte Höhe am Himmel.

Zu diesem Zeitpunkt wird auch noch der sonnennächste Planet Merkur in der Morgendämmerung sichtbar – allerdings erst in den letzten Oktobertagen. Etwa eine Dreiviertelstunde vor Sonnenaufgang kann man ihn am Westhorizont für wenige Minuten als Lichtpunkt aufstöbern bevor er in der zunehmenden Tageshelle verblasst.  Auf den Morgenstern Venus warten wir in diesem Monat vergeblich – der Planet ist abgetaucht in den Glanz der Sonne und  zieht am 25.Oktober weit hinter der Sonne vorbei, allerdings nicht exakt – Venus zieht ein Grad nördlich am Tagesgestirn vorbei und ist dabei 257 Millionen Kilometer von uns entfernt. Venus und Erde stehen also auf einander gegenüberliegenden Seiten der Sonne. Als heller „Abendstern“  taucht  Venus im Dezember wieder an unserem Himmel auf.

Klare Sicht wünscht Ihnen Ihr  Thomas Kraupe

Die Sternkarte zeigt den Anblick des Himmelsgewölbes über Hamburg für Anfang Oktober 23 Uhr MESZ, Mitte oktober 22 Uhr MESZ und Ende Oktober 20 Uhr MEZ. Die Karte ist so zu halten, dass die Himmelsrichtung, in die man schaut, auf der Karte unten ist.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden unter http://www.abendblatt.de/sterne

http://www.planetarium-hamburg.de/sterne/monat/

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